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Tiefenpsychologische Psychotherapie

Aktualisiert: 21. Feb 2021


Wie ich ja in einem anderen Beitrag schon erwähnt hatte, vor 1 Jahr ging bei mir gar nichts mehr. Ich war in meiner tiefen Depression gefangen und konnte mich alleine nicht daraus befreien.

Aber ich bekam Hilfe und nach 6-monatiger Wartezeit konnte ich endlich meine Therapie in der Tagesklinik des UKM Marienhospital Emsdetten beginnen.


Es war schon ein sehr seltsames Gefühl, an dem Morgen dorthin zu fahren. So unsicher hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.

Nachdem ich mich so lange geweigert hatte, anzuerkennen, dass meine gesundheitlichen Probleme der Psyche geschuldet sind, stand ich nun da und hatte nicht die geringste Ahnung, was mich erwartet.

Ich, die ich immer alles alleine bewältigt, sämtlichen Schicksalsschlägen (und da gab es einige) getrotzt hatte, war bereit, mich an die Hand nehmen zu lassen.


Das Wort, das im Raum stand: tiefenpsychologische Psychotherapie

(Link bei Wikipedia)


Ich war sowas von bereit, zu erfahren und zu erkennen, wo meine Probleme liegen.

Warum geht es mir schlecht und was kann ich tun?

Es geht ja nicht nur darum, das ich älter werde. Jetzt, mit Mitte 50, fühle ich mich aber nicht so. Mein Kopf fühlt sich immer noch an wie mit 30. Aber mein Körper lässt mich im Stich. Aber das allein kann es ja nicht sein. Also, warum geht es mir schlecht?


Am Aufnahmetag gab es die üblichen Formalitäten und dann ging es in meine Gruppe. Die Tagesklinik in Emsdetten arbeitet mit zwei Gruppen, wobei die eine mehr verhaltenstherapeutisch unterwegs ist und die andere tiefenpsychologisch.


Ich hatte in meiner Gruppe sofort sehr hilfsbereite Mitpatienten, die mir alles erklärten. Es ist sogar so, dass für jeden neuen Patienten im wöchentlichen Gruppengespräch ein "Pate" ernannt wird, der einem zu Seite steht.


Du bekommst dann einen Stundenplan, für immer eine Woche, mit allen Anwendungen, Sitzungen und Aktivitäten.

In der ersten Woche ist noch nicht viel auf dem Plan - erstmal ankommen heißt es da. Das ändert sich dann aber von Woche zu Woche. Du bekommst Gruppentherapien, Einzelgespräche mit Therapeut/Therapeutin, sportliche Aktivitäten, spezielle Angebote wie Kunsttherapie und informelle Termine - der Stundenplan ist rappelvoll. Ich werde unten noch genauer auf die einzelnen Angebote eingehen.

Das gemeinsame Mittagessen mit der Gruppe ist Pflicht und soll den Zusammenhalt und die Kommunikation fördern. Wem es so ging wir mir (kompletter Rückzug von Freunden und Bekannten), der konnte und musste sich wieder mit menschlicher Interaktion auseinandersetzen - ein erster Schritt zur Heilung.

In den ersten Wochen habe ich viel geschlafen, jedes mal wenn wir Pausen hatten lag ich im Gruppenraum in "meiner Ecke" und die Augen fielen mir zu. Oder ich bin gleich in den Ruheraum gegangen. Dort standen 4 Betten zum Ausruhen. Und ich brauchte das.