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Zwei wie Hund und Katze ...

Das kennt ihr bestimmt, dieses Sprichwort. Aber was heißt das? Können Hunde und Katzen nur als Todfeinde existieren? Das wäre natürlich auch übertrieben. Was stimmt also? Hunde und Katzen haben zum Teil eine unterschiedliche Körpersprache, somit sind Verständigungsprobleme vorprogrammiert. Bestes Beispiel ist da schon das Schwanzwedeln.

Beim Hund bedeutet es meistens freudige Erregung, bei der Katze zeigt das eher Aufregung, gepaart mit Vorsicht. Nacht dem Motto: was willst du? Bleib mir erstmal vom Leib.

Geht das also nicht, das man Hund und Katze zusammen hält?


DOCH, NATÜRLICH GEHT DAS.

Ich werde oft gefragt: wie hast du die aneinander gewöhnt. Und ich antworte: Gar nicht, das haben die alleine gemacht. Ich habe immer Hund und Katze zur gleichen Zeit gehabt. Schon als Kind im Elternhaus hatten wir einen Hund und Katzen. Die Katzen waren Freigänger und sehr selbständig und haben den Hund einfach ignoriert und der Hund hat's akzeptiert. In den Jahren danach gehörten Hund und Katze zu meinem Leben dazu. Das einzige was ich immer berücksichtigt habe: bei Neuzugängen in meinem Rudel wurde immer ein Welpe oder ein Kitten zu dem vorhandenen Alttier gesetzt. Und ich habe mir bei der Kennenlernphase keinen „Kopf“ gemacht und bin da ganz entspannt ran gegangen. Das neue Baby wurde im Raum abgesetzt und nicht weiter beachtet. (was natürlich schwer ist, wenn da so ein süßes Baby rumläuft). Ich habe immer versucht ein Gefühl von: „es ist alles ganz normal“ zu vermitteln. Aber versteht mich nicht falsch, diese ersten Begegnungen waren natürlich genau beobachtet, aber nur aus den Augenwinkeln. Und natürlich habe ich die neuen „Geschwister“ nicht alleine gelassen. Und das für lange Zeit. Für das Kennenlernen und Akzeptieren von Hund und Katze braucht es Geduld und Zeit. Wenn dann das Beschnüffeln oder Spielen zu wild wurde, bin ich dazwischen mit einem kurzen „Nein“ und körperlichem Schubsen und hab die Parteien getrennt.


In den ersten Tagen solltest Du auch vermeiden, dass zu viel Aktion rund um die Tiere passiert. Also keine Horden von Besuchern, die das neue Familienmitglied bestaunen wollen. Neigt Dein Hund zum lauten und häufigen Bellen? Versuche das einzugrenzen, gerade Katzen sind davon schnell gestresst und das verzögert die Eingewöhnungsphase. Als Anna als Welpe zu meinen zwei Katzen kam, war sie natürlich total interessiert an den beiden neuen Spielkameraden. Die Katzen haben es gelassen genommen und sich in den ersten Tagen an Plätzen zurückgezogen, wo der kleine freche Welpe nicht hinkam. Wenn Anna sie doch erwischte hatte und zu wild wurde, gab es halt einen Kratzer auf die Nase. So hat sie schnell gelernt, was die Katzen tolerieren und was nicht. Als meine Katzen damals zu Paula kamen, haben sich die kleinen Kitten auch dort versteckt, wo der groooße Hund nicht hinkam. Aber Katzen sind neugierig und nach zwei, drei Tagen kamen die Kleinen dann auch raus und haben Haus und Hund erkundet. Und auch hier wieder: wenn es zu viel wurde, gab es einen Nasenkratzer.


Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn beide Seiten genügend Platz zum Ausweichen haben und ihre Rückzugsmöglichkeiten. Und ihr solltet nicht den Fehler machen, die Tiere zu locken und unter Druck zu setzen, die brauchen ihr Tempo für die Vereinigung und nicht Eures. Die Futterstellen sollten getrennt werden, damit alle in Ruhe fressen können. Ich werde nie vergessen, wie Anna mit ihrem kleinen dicken Welpenpo in der Katzenklappe steckte und versuchte das Katzenfutter zu erreichen – wir haben Tränen gelacht. Das Katzenklo sollte natürlich außer Reichweite des Hundes platziert werden, damit die Katzen auch dort ungestört ihren Bedürfnissen nachgehen können und der Hund nicht in den Hinterlassenschaften herumwühlt und evtl. sogar den Kot frisst. Mit der Zeit bilden sich dann Akzeptanzen und sogar Freundschaften zwischen den Tieren. Hund und Katzen lernen, sich zu verstehen. Bei uns ist es so, dass die eine Katze (TschinTschin) Anna akzeptiert, ihr aber aus dem Weg geht und Anna an ihr auch kein großes Interesse hat. Mit der anderen Katze (MaiTai) hat Anna aber eine richtige Freundschaft entwickelt. Die beiden verstehen sich super, besser als die Katzen untereinander. Da wird Fellpflege betrieben, zusammen gekuschelt, gespielt, die Katze darf sogar ohne Probleme an Annas Napf. Die beiden sind ein Herz und eine Seele.

Die schönsten Momente sind dann, wenn wir alle auf dem Sofa sitzen, Anna zwischen uns, mein Mann hat TschinTschin auf dem Schoss und ich MaiTai. Diese Momente liebe ich, diese Momente erholen die Seele und lassen allen Alltagsstress vergessen. Eine 100 % Sicherheit, dass es mit der Zusammenführung klappt, gibt es leider nicht. Manchmal funktioniert es einfach nicht, auch nach viel Geduld und Zeit können Hund und Katzen nicht zusammen klar kommen. Dann musst Du das akzeptieren. Auch bei zwei Hunden oder zwei Katzen könnte Dir das passieren, auch da gibt es Kombinationen, die einfach nicht zusammen passen. Denk doch an Dich selber: es gibt doch auch bestimmt den ein oder anderen Menschen, wo Du denkst: mit dem könnte ich nie im Leben zusammenleben. Gibt es bestimme Hunderassen, die gut mit Katzen können? Das liest man öfters, ich bin kein Fan dieser These. Ein Hund, der mit Katzen leben soll, sollte eher einen ruhigen, ausgeglichenen Charakter haben. Das gibt es bei jeder Hunderasse. Aber: die Tiere sollten keine negativen Erfahrungen mit der jeweils anderen Rasse gemacht haben. Wurde eine Katze bereits von einem Hund gejagt oder evtl. schon fast totgebissen wirst Du sehr viel Mühe haben, ihre Angst zu überwinden und evtl. wirst Du damit keinen Erfolg haben. Auch Hunde, die bereits ihr Leben lang mit Freude Katzen gejagt haben, werden Probleme haben, dieses neue Tier in ihr Rudel aufzunehmen. UND: wenn Euer Hund und Eure Katzen zusammenleben können, heißt das natürlich nicht, das Euer Hund draußen keinen Katzen mehr jagt und alle anderen Katzen akzeptiert!

Also, ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Geduld und dann viel Spaß mit Eurem Rudel. Und Spaß macht es, mit den beiden unterschiedlichen Tierrassen zusammenzuleben. Ich hatte zwischendurch sogar einmal zwei Hunde und zwei Katzen und fand es toll.


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